Auf dem Weg zum Sonnenuntergang
Auf dem Weg zum Sonnenuntergang

Pilgerreise Nazaré – Porto – Tag 9: Praia de Mira – Costa Nova

Heute war es ein gerader Tag auf dem Jakobsweg. Viele Kilometer fast ohne Kurven. Aber trotzdem ist es irgendwie beim Pilgern nie langweilig.

Morgens bin ich mit der inzwischen gewohnten Morgendiesigkeit aus Praia de Mira raus und am Kanal entlang. Hier beginnt die riesig lange Ria de Aveiro. Rias sind hier und in Galicien große (teilweise fast fjordartige) Buchten, die bis weit ins Land hinein Ebbe und Flut haben und teilweise trockenfallen wie das norddeutsche Wattenmeer. Die Ria de Aveiro erstreckt sich über eine Strecke von über 40 km und machte die Wegfindung für diesen neuen Jakobsweg schwierig.

Costa Nova, das heutige Etappenziel, und auch die nächsten kleinen Städtchen bis hinauf nach Furadouro sind alle auf Sandbänken gebaut, die in dieser Form erst seit höchstens 200 Jahren existieren.

In Barra de Mira bin ich in der „besten Bar am Ort“ João und seinem Sohn begegnet. João hat fünf Jahre in Venezuela und 12 Jahre in den USA gelebt, um dann am Ende doch wieder in sein Heimatdorf zurück zu kommen. In seiner Bar muss sein „filio“ in den Sommerferien nun den Job des „empregado“ lernen.

Kurz bevor es wieder losgehen sollte traf ich noch Steffi aus Berlin und Toni, ursprünglich aus Barra de Mira, aber in Berlin aufgewachsen. Die beiden wollen im Elternhaus von Toni ein Tierheim eröffnen. Bei „Goodbye Deutschland“ haben sie sich auch schon beworben.

Zwei sehr spannende Menschen und ich wünsche ihnen alles Gute bei der Verwirklichung ihres Traumes. Im nächsten Jahr werde ich mal nachfragen.

Nach vielen schönen, geraden Wegen habe ich dann das bezaubernde Costa Nova erreicht und reiche jetzt auch endlich den Sonnenuntergang nach.

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